Tag 3 - Singapur: Sentosa Island

Tag 3 in Singapur. Inzwischen haben wir das Gefühl, dass wir so ziemlich alles von Singapur gesehen haben. Die Innenstadt bzw. den Business-District: Total schick, sauber, bunt und groß. Chinatown, Arab Street, Little India und in der Vorstadt waren wir auch.

Im Vorfeld hatte ich von einer kleinen Insel gehört Namens Sentosa Island. Auf dieser soll sich wohl ein riesiger Freizeitpark befinden. Also sind wir vormittags in den Süden Singapurs gefahren mit Zwischenstopp in dem wohl größten und modernsten Kaufhaus von Singapur: „Vivo City“. Von dort aus kommt man später nach Sentosa Island. Auf der Karte sah der Weg dorthin viel weiter aus als er es eigentlich war. Somit konnten wir auch hier wieder zu Fuß rüber gehen. Eintritt mussten wir dieses mal seltsamerweise nicht zahlen, wovon wir eigentlich ausgegangen waren. 

Angekommen auf der Insel wirkte alles sofort total übertrieben und mal wieder groß! So groß, dass man gar nicht glauben kann, dass die Insel so gut besucht ist, da sich durch die Größe alles verläuft. Auf der Insel befindet sich unter anderem ein Universal Studios Freizeitpark, ein Hard Rock Café Casino, Hotels, Achterbahnen, Wasserrutschen, Freefall Tower, Skydiving, künstliche Surfanlagen, ein Paradies-Strand und und und ...

Ein besonderer Moment an diesem Tag war als wir zum südlichsten Ende der Insel gegangen sind und damit am südlichsten Teil vom ganzen Kontinent Asien angekommen waren - also das erste Mal so richtig weit weg. Am weitesten Weg von Zuhause. So weit weg war ich noch nie. 

Vor uns konnten wir nur den offenen Ozean und riesige Containerschiffe sehen. Ein Wahnsinns Gefühl von Freiheit und Endlosigkeit.

Anschließend haben wir uns am Strand breit gemacht und sind ins Wasser baden gegangen. Auch wenn alles total nach dem klassischen Paradies aussah, wirkte alles gleichzeitig irgendwie „fake“. Der Sand fühlte sich an, als wäre direkt drunter Beton, die Palmen waren viel zu symmetrisch platziert und das Wasser war etwas trüb. Ein bisschen entspannen wollten wir trotzdem nach den langen Tagen, auch wenn wir uns nicht besonders wohl fühlten. Außerdem hatten wir immer das Gefühl überwacht zu werden und nirgends konnten die Jungs Kaugummi kauen. ;)

Die Abendteuer-Insel wirkte beinahe schon makaber, da wir im Nachhinein herausgefunden haben dass damals, während des Zweiten Weltkrieges, die Insel von den Briten zur Festung ausgebaut wurde. Um den geschichtlichen Teil nun aber kurz und einfach zu halten: Die Japaner hatten damals den Krieg gewonnen und haben die Insel als Gefangenenlager genutzt, in dem vor allem britische und australische Soldaten festgehalten wurden. Während der japanischen Besetzung kam es immer wieder zu Übergriffen auf die chinesische Bevölkerung. Was ich vor allem betonen will ist, dass genau hier zum Teil wahllos Menschen beschuldigt wurden, am anti-japanischen Widerstand beteiligt gewesen zu sein und am Strand von Sentosa hingerichtet wurden.

Und genau an diesem lagen wir gerade erst noch... 

Den Abend haben wir dann noch in einer Rooftopbar (LeVel33) ausklingen lassen, um einen wunderschönen Ausblick über die Stadt zu haben und vor allem das unglaubliche Marina Bay Sands Hotel zu sehen, welches ich sonst nur von Bildern kannte.

Günstig war es zwar nicht (mit zwei Bier und einem Gin Tonic lagen wir am Ende bei ca. 80$), aber hey, wann werden wir das schon nochmal erleben?

Danach haben wir noch ein paar Fotos gemacht und haben ein Pärchen aus Serbien getroffen, die leichtsinnig und illegal ihre Drohne vor dem Bay Sands Hotel geflogen sind. Zum Abschluss gönnten wir uns noch einen Cheeseburger bei McDonalds. (Die schmecken hier ganz anders - viel besser!!!).

War ein etwas komischer Tag... Wir konnten zwar ein bisschen mehr über die Kultur und die Menschen hier erfahren und vor allem haben wir historisch auch viel neues gelernt, dennoch denke ich, dass wir hier vielleicht mal ins Nationalmuseum gehen sollten um noch mehr über die Geschichte des Landes zu lernen. Auch wenn es heute nicht besonders positiv war, gehört es irgendwie zum Leben dazu und es ist wichtig, auch sowas zu erleben. Wir hatten trotzdem einen schönen Tag, mit etwas Entspannung und heute ist mir zum ersten Mal bewusst geworden, wie weit weg ich eigentlich gerade von Zuhause bin.

Euer Jannik

Ps. kommt zu meiner Tour 😏
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Andreas Schubert