Logbuch 0.05 - Wasser

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120 Liter Wasser nutzen wir durchschnittlich am Tag, und bei so vielen Songs die ich morgens unter der Dusche singe, sind es bei mir bestimmt sogar ein paar mehr! Ich trinke alleine 3 Liter täglich weil das anscheinend gesund ist - zumindest habe ich das mal irgendwo gehört. 

Stellt euch vor, ihr dürft immer nur die Dusche für 1 Sekunde anmachen und müsst sie dann sofort wieder ausdrehen. Ihr müsst das Wasser in einem Eimer sammeln, damit ihr es für die Toilettenspülung nutzen könnt, und die dürft ihr sogar nur betätigen, wenn es wirklich nötig ist, ansonsten gibt es hohe Bußgelder. Ihr dürftet täglich maximal 40 Liter pro Tag nutzen… 

Alles was ich gerade geschrieben hab, ist gerade in Südafrika Realität. Und als ich las, wo das Ganze gerade stattfindet, war ich etwas verwirrt. Gestern habe ich mir erst noch einen Vlog von Casey Neistat angeschaut, wie er über die Feiertage in Kapstadt einen Berg bestieg, wahnsinnige Bilder einfing und surfen war. 

Aber es gibt „zwei Kapstadts“. Einmal das Reiche, das vom Tourismus lebt und dann gibt es noch, wenn man die Autobahn runter fährt, die sogenannten „Townships“, Stadtteile, die etwas außerhalb liegen. Dort gibt es gerade kein Wasser. Den Menschen dort steht „Tag Null“ bevor (Zeitpunkt, an dem die Trinkwasserversorgung abgestellt wird). Wie kann das sein? 

Der Grund für die Wassersparmaßnahmen ist die schlimmste Dürre in der Provinz Westkap seit Jahrhunderten. Die Reservoire sind aufgrund der Hitze trocken. Ich denke, es hat dort viel mit der Politik zutun. Denn eine der betroffenen Townships, Khayelitsha, liegt direkt am Indischen Ozean, und offenbar wurden Entsalzungsanlagen verhindert, die das Wassermonopol der Reichen aufrecht erhalten. 
In Südafrika gibt es halt entweder nur „sehr arm“ oder „sehr reich“. 

Davon sind übrigens auch Menschen der Mittelschicht betroffen, also nicht nur der Stereotyp einer armen afrikanischen Familie. Wenn also nicht mal Menschen, die Wohlstand genießen dürfen, sich selbst Wasser zur Verfügung stellen können - fuck, wie soll man es dann schaffen, noch bedürftigeren zu helfen…

Wir können uns nichtmal selber helfen… Absurd. 

Warum mache ich euch heute darauf aufmerksam. Unsere Probleme, scheinen uns manchmal so verdammt groß und unlösbar zu sein, als gäbe es nichts Schlimmeres. Ich erwische mich dabei auch manchmal. Aber uns geht es soooo verdammt gut. Das sollte man sich immer vor Augen halten. Man muss einfach lernen, nicht nur an sich zu denken.

Ich weiß ehrlich gesagt gerade nicht, wie ich oder wir, bei dem ganzen Dilemma helfen können. Besser gesagt, wo man anfangen soll. Es gibt so viele Möglichkeiten.
Trinkt einfach mal ne Flasche „Viva con Aqua“ Wasser, macht euch selber schlau welche Projekte ihr vielleicht unterstützen könnt(!) und singt beim nächsten mal unter der Dusche, einfach zwei Songs weniger ;). 

 

 Der rote Kreis ist Deutschland, da wohnen wir. Und das alles ist die Welt. Unsere Probleme scheinen oft so viel Größer, dabei wäre im Verhältnis nichtmal die Spitze einer Nadel so groß wie du oder ich.

Der rote Kreis ist Deutschland, da wohnen wir. Und das alles ist die Welt. Unsere Probleme scheinen oft so viel Größer, dabei wäre im Verhältnis nichtmal die Spitze einer Nadel so groß wie du oder ich.