Logbuch 0.03 - Freundschaft

Es geht in die dritte Runde! Der letzte Logbucheintrag für dieses Jahr. Ab 2018 dann jeden Freitag! Montags kommen dann die VLOGs! Tut mir leid, dass über die Feiertage nichts bei WhatsApp gekommen ist, ich war einfach mal komplett off, auch auf Facebook usw. habe ich einfach mal abgeschaltet und die Zeit mit den Liebsten genossen. Ich hoffe ihr auch.

Nun zum Thema: 2014 habe ich mein Abitur gemacht, danach mich 1 1/2 Jahre lang im Keller eingeschlossen, Musik gemacht und YouTube Videos gedreht. 2016 kam die Entscheidung, dass es nach Berlin geht. Doch in dem Jahr, in dem ich Zuhause war, haben all meine Freunde ein Studium oder eine Ausbildung angefangen (die Meisten sind inzwischen schon fertig), sind ins Ausland gegangen oder noch auf der Suche und probieren sich aus. Ich war einer der Ersten, der wusste, was er will, auch wenn es das ist, bei dem ich nachher vielleicht keinen Abschluss und keine sichere Zukunftsgarantie habe….aber das hat man, wenn man genauer hinschaut, bei den wenigstens Berufen.

Neue Entscheidungen oder neue Wege, heißt vor allem bei uns auf dem Land, dass man in eine Stadt muss, also weg von Zuhause. Weg von der Familie und den Freunden. Mit der Zeit baut man sich immer weiter ein neues Leben auf - eine kleine neue Welt, mit neuen Freunden. Irgendjemand meinte neulich mal, dass sich ein Freundeskreis alle 7 Jahre komplett ändert.

Bei mir war es bisher eher so, dass neue Freunde dazu gekommen sind und ich dadurch meine Leute in Berlin hatte, plus die bei mir in der Heimat. Nun ist man aber so mit sich selbstbeschäftigt, sein neues Leben auf die Kette zu kriegen, dass man es auch mal nicht schafft, sich in regelmäßigen Abständen bei seinen Freunden zu melden. Je nachdem, ob man in seiner neuen oder alten Welt lebt.

Es ist super schwierig bei diesen neuen Erfahrungen nicht nur auf sich zu gucken. Denn man probiert aus, fühlt hin und achtet drauf, was das mit einem macht… fast schon arrogant. Man ist halt viel mit sich beschäftigt. Diese ganzen Eindrücke… Wenn man dann das neue Leben so einigermaßen auf die Kette bekommt, kann die Vergangenheit auch schonmal etwas zurück fallen und damit auch die alten Freunde etwas kürzer kommen.

Aber ich glaube, dass geht vielen so, außer den Leuten, die Zuhause bleiben, in der gewohnten Umgebung. Was auch vollkommen ok ist und eine gute Entscheidung sein kann. Das Problem ist nur, dass die Person Zuhause, dieses komplett neue Leben nicht erfährt (nochmal: das kann man auch machen). Man zieht aber vielleicht trotzdem in die erste eigene Wohnung oder baut sich was eigenes auf, d.h. aber, dass viele alte Freunde gehen und es weniger werden.

Das ist der Punkt, es werden vielleicht weniger vor Ort. Es verbindet einen nur noch die Zeit bis dahin. Das Leben geht weiter. Man kann heutzutage über WhatsApp & Co. wunderbar in Kontakt bleiben, doch das wird auch weniger, und deine besten Freunde werden auf einmal deine einzigen Freunde.

Nun hatte ich leider zum ersten Mal die Situation, dass mir eine sehr gute und wertvolle Freundschaft, man kann fast sagen, „gekündigt“ wurde. Ich melde mich kaum bis gar nicht. Es gibt keinen Kontakt und ich „kümmere“ mich nicht um die Freundschaft. Ziemlich hart. Immerhin ehrlich und es wurde ausgesprochen, anstatt es totzuschweigen und einfach weiterhin keinen Kontakt zu haben.

Es gibt keinerlei Verbindung, außer die Vergangenheit. Früher waren wir in der Schule, haben Volleyball gespielt und einfach mal was unternommen. Heute gibt es das gar nicht mehr. Das Ganze kommt der Person die Daheim geblieben ist dadurch viel krasser vor.

Jetzt ist aber die Frage, was wird hier erwartet? Man kann seine Leute einfach nicht immer besuchen. Man kann nicht ohne große Verbindung den Kontakt aufrecht erhalten oder pflegen - auuuußer, man trifft sich, wenn man in der Nähe ist. Erzählt sich vom Erlebten, was alles passiert ist und wie es früher war. Das zeichnet für mich Freundschaft aus… auch wenn ich mich 1 Jahr nicht melde… Diese Freundschaft ist ein Teil meines Lebens, also nicht gerade unwichtig für mich.

Mit den Meisten hat’s bisher auch immer geklappt. Einfach Heimkommen, aufs Sofa pflanzen und wie schon immer miteinander abhängen, von allem erzählen, schweigen oder einfach die Zeit genießen. Das schätze ich sehr. Es ist alles wie immer, nur mit neuen Erfahrungen - ein Halt, an dem man für immer festhalten kann, welchen es nur bei wahren Freunden gibt.

Euer Jannik

friends

P.S. Das Ganze hat nichts damit zutun, dass ich irgendwie ein „verrücktes Leben“ habe, denn das hat jeder auf seine Art. Jeder macht diese neuen Erfahrungen. Das war meine sehr persönliche Geschichte.

Andreas Schubert